Filtern nach:

Filter

17 Artikel

Lexikon, Beratung & Deko Ideen für Amaranth

Inhaltsverzeichnis

Lexikon

Kunstamaranth Beratung

Lexikon

Steckbrief zum echten Amaranth

  • Weitere Namen: Amarant, Fuchsschwanz Pflanze, Kiwicha, Inkaweizen, Inkakorn
  • Wissenschaftliche Bezeichnung: Amaranthus caudatus
  • Pflanzenfamilie: Fuchsschwanzgewächs
  • Kontinent: Südamerika
  • Herkunft: Mexiko, Peru
  • Artenzahl: 60-98 Arten
  • Wuchshöhe: 30-150cm
  • Alter: einjährig, selten mehrjährig
  • Blütezeit: Juli bis September
  • Jahreszeit: Sommer, Herbst
  • Blütenfarbe: purpurfarben, gelb oder beige
  • Frucht: Kapselfrucht mit Samen-Körner
  • Fruchtfarbe: gelb
  • Fruchtreife: je nach Blütezeit Anfang September bis Mitte Oktober
  • Bevorzugte Standorte der Pflanze: vollsonnig - halbschattig
  • Verwendung: Nutzpflanze und Zierpflanze
  • Symbolik: Der Name "Amaranthus" stammt aus dem Griechischen und bedeutet "unsterblich" oder "nicht welkend". In den Andenregionen ist das Pseudogetreide auch als Kiwicha bekannt. Amaranth ist eine der ältesten Nutzpflanzen der Menschen. Schon bei den Mayas, Inkas und Azteken galt die Pflanze als Grundnahrungsmittel und war auch Teil etlicher Rituale. Amaranth gehört trotz des typischen Aussehens nicht zu den Getreidesorten. Er ist deshalb glutenfrei und kann bei Zöliakie, Neurodermitis und anderen Allergien als Getreideersatzprodukt genutzt werden.
  • Form/Blätter ähnliche Pflanzen: Hopfen, Physalis, Weinrebe

Beratung Kunstamaranth

Echter Amaranth

Bis heute zählt der Amaranth zu den beliebtesten Pseudogetreidesorten.  Zusammen mit Buchweizen und Quinoa spielt er gerade heute in der glutenfreien Ernährung eine große Rolle. Der Amaranth ist eine 30cm bis mehrere Meter große, pflegeleichte Garten- und Nutzpflanze. Sie stammt aus den westlichen Gebieten Mittel- und Südamerikas. Hier wurde sie schon vor hunderten von Jahren als Nutzpflanze angebaut und war das Hauptnahrungsmittel der Mayas, Inkas und Azteken. Heut zu Tage kann man die robuste Pflanze auch in unseren Breitengraden anbauen. Zwischen Juni und Oktober blüht der Amaranth in großen, hängenden Rispen. Die kleinen, eng zusammenstehenden Blüten haben Farben von purpurrot über gelb bis beige. Etwa vier Monate nach der Blüte reifen die Kapselfrüchte heran, die die beliebten Samen enthalten. Eine einzelne Pflanze produziert bis zu 60000 Samen. Das ist eine gigantische Summe, wenn man bedenkt, dass man gerade mal 100g Samen für einen Hektar Land benötigt. Unseren Winter überlebt der oft auch als dekorative Blütenpflanzen genutzte Amaranth nicht. Die herabgefallenen Samen sind jedoch frostunempfindlich und treiben im nächsten Frühjahr wieder aus. Wenn man nicht aufpasst, kann die Amaranthpflanze sich ziemlich schnell im Garten ausbreiten.

Künstlicher Amaranth bei artplants

Nicht nur als Nutzpflanze, sondern auch als dekorative Blütenpflanze wird der Amaranth genutzt. Die schönen weiß, gelb und rosaroten Blüten stehen eng zusammen. Sie bilden zierliche, hängende Rispen. Mit einer Größe von 60-120cm eignet sich der künstliche Amaranth perfekt für eine hohe Vase. Platzieren lässt er sich durch seinen langen Stiel ganz einfach. Ein besonderes Highlight ist der gefrorene, unechte Amaranth. Die feinen, rosa Blüten sind mit künstlichem Frost überzogen. Hergestellt wird der unechte Amaranth aus hochwertigen Kunst- und Textilstoffen. Die grünen, speerspitzartigen Blätter werden einzeln in Handarbeit an die Blattstiele geklebt. Anschließend finden sie ihren Platz am langen Kunststoffstiel. In einem weiteren Schritt werden die künstlichen Blütenrispen angebracht und veredeln mit ihrem natürlichen Aussehen den Look des fake Amaranth.

Besonderheiten des Amaranths

Der Amaranth gilt als eine der ältesten Nutzpflanzen in der Geschichte des Menschen. In einem 9000 Jahre alten, mexikanischen Grab wurde die Pflanze schon gefunden. Und sie hat bis heute nicht an Bedeutung verloren. Mit ihrem hohen Eisengehalt eignet sie sich besonders gut zur Ernährung bei Säuglingen, Kindern und in der Schwangerschaft. Ihr Aussehen erinnert an Hirse und zusammen mit Quinoa und Buchweizen zählt der Amaranth zu den Pseudogetreidearten. Doch nicht nur die goldgelben Samen sind essbar, auch die Blätter der Pflanze können gegessen werden. Sie schmecken nach einer Mischung aus Spinat und Mangold und werden wie Gemüse gekocht. Ihr Eisengehalt schlägt sogar den von Soja.
Doch die Geschichte des Amaranths und seine Reise nach Europe ist nicht immer ganz friedlich abgelaufen. Als die Spanier im 16. Jahrhundert bei ihren großen Weltexpeditionen Südamerika besetzten und als Kolonie erklärten, wurde den dort heimischen Indios der Anbau des Amaranths verboten. Das Wunderkorn der Inkas und Azteken war den Spaniern nicht geheuer. Denn die indigenen Völker sprachen ihm eine lebensverlängernde Wirkung zu und nutzen es auch unter anderem bei Ritualen mit Menschenopfern. So erließen die Spanier das Anpflanzverbot, auf dessen Verstoß die Todesstrafe stand. Die Indios aber ernährten, sich neben Bohnen und Mais, fast ausschließlich von ihrem eisenhaltigen Pseudogetreide und so starben viele an Mangel- und Unterernährung den Hungertod. Der Amaranth geriet in Vergessenheit und es dauerte viele Jahre und Jahrhunderte bis er wiederentdeckt. Ein australischer Wissenschaftler entdeckte das Wundergetreide Anfang der 1970er Jahre. Er wies einen ungewöhnliche hohen Lysin Gehalt auf. Lysin gehört zu den Aminosäuren und ist so essentiell für unseren Körper. Auf diese Entdeckung wurde ein amerikanische Ernährungswissenschaftler aufmerksam, worauf hin der Verbreitung des Superfoods nichts mehr im Wege stand. Heute wird Amaranth auch in Russland, den USA, China und sogar Deutschland angepflanzt.

Lade...